Materialgewinnung / Präanalytik

Download unserer Präanalytik-Broschüre

Neben den Informationen auf dieser Seite finden Sie auch ausführlichere Hinweise in unserer Präanalytik-Broschüre, die Sie hier herunterladen und ausdrucken können:

Blutentnahme
Die Blutentnahme soll, insbesondere zur Verlaufsbeurteilung, immer zur gleichen Tageszeit erfolgen, im Idealfall zwischen 07.00 Uhr und 08.00 Uhr morgens. Die letzte Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme sollte am Vorabend zwischen 18.00 Uhr und 19.00 Uhr sein. Die Entnahme muss im medikamentenfreien Intervall durchgeführt werden, also vor der Morgenmedikation. Der Patient soll dabei liegen, die Entnahmestelle immer im gleichen Gefäßgebiet sein; in der Regel ist es die periphere Armvene.

Vollblut
Unbehandeltes Venenblut des Patienten. Hierzu wird das Blut in einer Blut/Serum-Monovette mit Granulat oder Gel entnommen und anschließend 20 – 30 Min. bei Zimmertemperatur bis zur vollständigen Gerinnung gelagert. Der Versand in das Labor sollte innerhalb von 3 – 4 Std. erfolgen. Andernfalls muss aus dem Probenmaterial Serum gewonnen werden, falls keine Blutgruppenbestimmungen durchgeführt werden sollen.

Serum
Serum erhält man, wenn die korpuskulären Teile des Vollblutes (Zellen, Fibrin) nach der Gerinnung durch Zentrifugation von den in der Blutflüssigkeit gelösten Bestandteilen abgetrennt werden. Aus diesem Serum können die meisten klinisch-chemischen und serologischen Untersuchungen problemlos durchgeführt werden.

Blut wie unter Vollblut beschrieben entnehmen und nach 30 – 60 Min. bei 3.000 U/Min. für 15 Min. zentrifugieren; den Überstand (Serum) in ein steriles Röhrchen für Blut/Serum überführen und versenden bzw. bei 4 – 8 °C lagern.

EDTA-Blut
EDTA-Blut wird eingesetzt für Untersuchungen der Blutzellen selbst (Blutbild, jegliche Hämoglobinbestimmung) oder für Bestimmung der Stoffe, die an oder in den Zellen anzutreffen sind (Blei, Vitamin B1, B2, B6, Erythrozytenenzyme, Medikamente wie Cyclosporin oder Tacrolimus, PCR-Diagnostik oder Genotypisierung).

EDTA-Blut nicht einfrieren (Hämolyse!). Blut in EDTA-Monovette abnehmen und bei 4 – 8 °C lagern.

EDTA-Plasma
EDTA-Plasma (meist gefroren) wird eingesetzt, wenn proteolytisch auf den Analyten einwirkende Enzyme gehemmt werden sollen (ACTH, ADH), bzw. weitere Stoffwechsel unterbunden werden sollen (Ammoniak, Katecholamine).

Blut in EDTA-Monovette abnehmen, anschließend bei 3.000 U/Min. für 15 Min. zentrifugieren; Überstand (Plasma) in ein steriles Röhrchen überführen und versenden bzw. bei –18°C einfrieren und gefroren in Spezialbehältern versenden.

Citrat-Blut/Plasma
Blut in Citrat-Monovette entnehmen und sofort versenden, da Gerinnungsfaktoren in der Regel eine Halbwertzeit von 4 Std. haben. Für eine längere Lagerung muss das Citrat-Blut bei 3.000 U/Min. für 15 Min. zentrifugiert werden und der Überstand (Plasma) in ein steriles Röhrchen überführt und bei –18°C tiefgefroren werden.

Heparin Blut/Plasma
Für spezielle Parameter (Erythrozyten-Protoporphyrin, Histamin) wird Heparin-Blut benötigt. Blut in Heparin-Monovette abnehmen und versenden. Zur Gewinnung von Heparin-Plasma muss das Blut anschließend bei 3.000 U/Min. für 15 Min. zentrifugiert und der Überstand in ein steriles Röhrchen überführt werden.

Fluoridblut
Fluoridblut wird zu Blutzucker-, Laktat- und Pyruvatbestimmung eingesetzt, da Fluorid sowohl die Gerinnung, als auch die Glykolyse hemmt. Blut in Na-Fluorid-Monovette abnehmen und versenden.

Urin
Ist der Referenzbereich bei Urinuntersuchungen auf einen Liter bezogen, reicht im Allgemeinen eine Spontan-Urinprobe (z. B. zweiter Morgenurin). Etwaige Diureseeffekte können durch simultane Bestimmung des Kreatinins korrigiert werden.

Ist das Ergebnis auf die Tagesausscheidungen bezogen, muss hierfür die 24-h-Sammelmenge unbedingt angegeben werden. Die 24h-Sammelperiode beginnt nach dem Morgenurin und endet mit dem Morgenurin des folgenden Tages. Für die Untersuchung reicht eine Teilmenge des gründlich durchgemischten 24-h-Sammelurins. Gesamtsammelmenge zur Berechnung des Ergebnisses unbedingt angeben. 24-h-Sammlung: Patienten sauberes Gefäß aushändigen (auf Anfrage sind Urin-Sammelbehälter zur Sammlung erhältlich).

Anschließend 24-h-Sammelurin des Patienten gut mischen. Das Urinvolumen an der auf der Sammelflasche befindlichen Skala ablesen und notieren. Die für den angeforderten Test benötigte Urinmenge in die entsprechenden Urinmonovette abfüllen (falls erforderlich, Borsäureröhrchen verwenden), gut mischen. Gegebenenfalls mit der angegebenen Säure (z. B. 25-prozentige Salzsäure) versetzen, anschließend gut mischen. Urinröhrchen mit den persönlichen Daten Name, Vorname, Geschlecht, Geburtsdatum oder dem Barcode und der abgelesenen Urin-Sammelmenge ( … ml/24 Std.) versehen.

Für bestimmte Untersuchungen (Catecholamine) ist es notwendig, dem Urin während bzw. vor der Sammelperiode Stabilisatoren zuzusetzen. Spezielle Sammelgefäße sind hierzu erhältlich. Für den Versand wird ein Aliquot des Urins in eine Urinmonovette überführt und versandt.

Anleitung für die Patienten:

  • Trinken Sie etwas weniger als üblich und keinen Alkohol
  • Blase morgens nach dem Aufstehen entleeren. Diesen Urin aber noch nicht auffangen. Zeit notieren
  • Von da an allen Urin sammeln, auch beim Stuhlgang. Probe kühl halten und nicht in helles Licht stellen
  • Letzte Sammlung am nächsten Morgen zur am Vortag notierten Zeit. (Blase leeren, auch ohne dringendes Bedürfnis)

Hämolysat
Für die Bestimmung von Glucose aus Kapillarblut 20 µl Blut kapillär (zum Beispiel Fingerbeere, Ohrläppchen) entnehmen (Kapillare außen abwischen) und die Kapillare in ein mit 1ml Hämolysat gefülltes Röhrchen überführen; anschließend gut schütteln.