Abstrich Auge / Bindehautabstrich / Konjunktivalabstrich

Letzte Aktualisierung: 04.08.2014

Verfügbar an den Standorten:Gelsenkirchen, Siegen, Iserlohn
Präanalytik:

Indikation

  • Infektionen des vorderes Augenabschnitts
  • Infektionen der Augenumgebung
  • Infektionen der Tränenwege

Probengewinnung

  • Probenentnahme wenn möglich VOR Beginn einer antibiotischen Therapie
  • Vermeidung von Lokalanästhetika  (bakterizide Wirkung der enthaltenen Konservierungsmittel), falls unbedingt  notwendig 0,5% Proparacain
  • Wahl des Abstrichtupfers:
    • Verwendung von Kunstfaser-Tupfern mit Kunststoffschaft für allg. bakteriologische Untersuchungen
    • Bei Untersuchung auf C. trachomatis Verwendung von Calcium-Alginat-Tupfern (Achtung: toxische Wirkung auf anspruchsvolle Bakterien wie bsp. Gonokokken)
  • Für kulturelle Untersuchungen Abstrichröhrchen MIT Transportmedium verwenden
  • Für PCR – Untersuchungen bitte einen zusätzlichen Abstrich angefeuchtet (0,9% NaCl) OHNE Transportmedium entnehmen
  • Durchführung Konjunktivalabstrich
    • Nach Abziehen des Unterlides Abstreichen der Konjunktiva im unteren Fornix über die gesamte Länge
    • Den Abstrichtupfer bis zur völligen Durchtränkung an der Konjunktiva belassen
    • Bei einseitiger Konjunktivitis zusätzlich Entnahme eines vergleichenden Abstriches des gesunden Auges mit neuem Abstrichtupfer
  • Abstriche der Augenumgebung:
    • Für Lidabstriche betroffene Lidkante abstreichen, zusätzlich Probenentnahme vom unbeteiligten Auge mit neuem Abstrichtupfer
    • Abstriche von Tränendrüsensekret ggf. mittels Kürettage
  • Abstriche von Proben aus dem Glaskörper
    • Einsendung von Nativmaterial ist immer zu bevorzugen (s. ebd.)

Lagerung (wenn notwendig) und Transport

  • Aufgrund der Vielzahl von hochempfindlichen Keimen bei ophthalmologischen Infektionen optimale Lagerungs- und Transportzeit < 2 Stunden
  • In Sonderfällen mit längerer Lagerungszeit gekühlte Aufbewahrung
  • Transport bei Raumtemperatur

Wichtige Angaben auf dem Einsendeschein

  • Lokalisation (Augenumgebung, Bindehaut, Augeninnenraum)
  • Eitrige oder nicht-eitrige Infektion (Nutzung hochwertigerer Anzuchtmedien)
  • Entnahmeort (außen – innen) (längere Bebrütungsdauer)
  • Ulcus
  • Klinische Angaben, Verdachtsdiagnose
  • Bisherige antibiotische Therapie

Routineuntersuchungen:
  • Allgemeine Bakteriologie (aerob)
  • ggf. Resistenztestung
  • Bei eitrigen Abstrichen zusätzlich Anreicherungsboullion für den Nachweis geringster Keimmengen
  • Bei Abstrichen aus dem Augeninnenraum und aus Augenulcera zusätzlich Grampräparat, Anreicherungsboullion für den Nachweis geringster Keimmengen, Anaerobier und Pilze
Spezialuntersuchungen:
Besonderheiten:
  • Bei Verdacht auf parasitäre Augeninfektionen (Reiseanamnese!) i.d.R. serologischer Nachweis
Hinweis:
  • Bitte bis auf Weiteres alle ophthalmologischen Abstriche mit genauer Lokalisationsangabe im Abschnitt „Augen- / HNO – Infektionen“ auf dem Einsendeschein über die Materialangabe „Bindehautabstrich“ einsenden!
  • Einsendung von Nativmaterial (Punktat, Aspirat, Gewebeprobe) ist einem Abstrich vorzuziehen, vor allem bei intraokulären Infektionen
  • Für Untersuchungen auf Akanthamöden Einsendung von Hornhautabradat notwendig