Broncho-Alveoläre Lavage (BAL)

Letzte Aktualisierung: 23.06.2016

Verfügbar an den Standorten:Gelsenkirchen, Siegen, Iserlohn
Indikation:V.a. Pneumonie
Präanalytik:

Probengewinnung

  • Ein Hauptproblem der Probengewinnung durch bronchoalveoläre Lavage ist die Kontamination mit Flora aus dem Mund-Nasen-Rachenraum. Im Mund-Nasen-Rachenraum und der Trachea befindliche Sekretansammlungen sollten vor Einführen des Bronchoskops abgesaugt werden. Nach Möglichkeit sollte vor Gewinnung der Proben für die mikrobiologische Untersuchung kein Sog angewandt werden, da sonst die Kontaminationsgefahr erheblich zunimmt.
  • Vorgehen: Zur bronchoalveolären Lavage führt man die Spitze des Bronchoskops in das Brochuslumen ein und dichtet dieses mit der Spitze ab. Nach Instillation von bis zu 160ml isotoner Kochsalzlösung in das Lumen wird die Flüssigkeit portioniert, soweit möglist aspiriert, wobei mindestens 50ml Flüssigkeit wiedergewonnen werden sollten. Das erste Aspirat wird verworfen, dass zweite und ggf. folgende Aspirate entstammen eher der Lungenperipherie.

Lagerung (wenn notwendig) und Transport

  • Maximal 2 Stunden Lagerung bei Raumtemperatur ansonsten gekühlt (Kühlschrank)
  • nach Möglichkeit zeitnaher Transport

Routineuntersuchungen:
  • Mikroskopie
  • Allgemeine Bakteriologie (aerob)
  • Erregerdifferenzierung
  • Empfindlichkeitstestung
  • Keimzahlbestimmung
  • Spross- und Schimmelpilze
Spezialuntersuchungen:
  • Anaerobier (bei V.a. Aspiration, Bronchiektasen, Bronchialkarzinom)
  • Legionellen (Kultur Untersuchungsdauer bis zu 10 Tage), PCR
  • P. jirovecii (PCR aus seperatem Probenröhrchen; nur sinnvoll bei Immunsuppression)
  • Aktinomyceten (bitte zusätzlich anfordern)
  • Nokardien (bitte zusätzlich anfordern)
  • Mykobakterien: Mikroskopie, PCR, Kultur siehe auch Mykobakterien